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Blick ins Schulzentrum

Begabungen entdecken, Interessen vertiefen – das Drehtürmodell am Schulzentrum am Sund

Seit dem Schuljahr 2023/24 bietet das Schulzentrum am Sund besonders begabten und leistungsstarken Schüler*innenn die Möglichkeit, ihre individuellen Interessen und Fähigkeiten im Rahmen des sogenannten Drehtürmodells gezielt weiterzuentwickeln. Das Programm wird von Dr. Sarah Gröning koordiniert und richtet sich an Jugendliche der Klassenstufen 8 bis 10, die Freude am selbstständigen Lernen und Forschen mitbringen.

Die Idee hinter dem Drehtürmodell ist einfach: Schüler*innen dürfen den regulären Unterricht zeitweise verlassen, um eigenständig an einem selbst gewählten Forschungsprojekt zu arbeiten. Dabei werden sie von einer Lehrkraft als Mentorin oder Mentor begleitet. Ob naturwissenschaftliche Fragestellungen, historische Forschungen, kreative Projekte oder die Entwicklung einer eigenen App – die Themen orientieren sich an den persönlichen Begabungen und Interessen der Jugendlichen.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die zusätzliche Leistung, sondern eine andere Form des Lernens. Das Drehtürmodell ermöglicht es besonders begabten Jugendlichen, sich intensiv mit komplexen Fragestellungen auseinanderzusetzen, eigene Lösungswege zu entwickeln und wissenschaftsorientiertes Arbeiten zu erproben. Gleichzeitig stärkt es Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein. Auch einer möglichen Unterforderung im regulären Unterricht kann so entgegengewirkt werden.

Für ihre Projektarbeit stehen den Teilnehmenden nach Absprache mit den jeweiligen Fachlehrkräften bis zu fünf Unterrichtsstunden pro Woche zur Verfügung. Die Verantwortung für die Planung, Recherche und Durchführung liegt weitgehend bei ihnen selbst. Ein Projekttagebuch dokumentiert ihre Fortschritte. Versäumte Unterrichtsinhalte müssen eigenständig nachgearbeitet werden, Klassenarbeiten und Tests werden regulär mitgeschrieben.

Ihre Forschungsergebnisse präsentieren die Schüler*innen unter anderem am Tag der offenen Tür, bei einem gemeinsamen Abschlusstreffen sowie in ihren eigenen Klassen. Darüber hinaus bietet das Programm Anknüpfungspunkte für weiterführende Forschungsprojekte im Wahlpflicht- und Projektfachunterricht.

Mit dem Drehtürmodell schafft das Schulzentrum am Sund einen Raum, in dem individuelle Begabungen nicht nur erkannt, sondern aktiv gefördert werden – und in dem Schüler*innen erfahren können, wie spannend Lernen ist, wenn sie ihren eigenen Fragen nachgehen dürfen.

Seit dem Schuljahr 2026/27 besteht regelmäßiger Kontakt zum Talentecampus Vorpommern, um den Schüler*innen weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen.

 

Begabungsförderung am Schulzentrum am Sund

Beginnend mit dem Schuljahr 2024/25 können begabte und engagierte Schüler*innen des Schulzentrums am Sund im Drehtürmodell selbstgesteuert und interessengeleitet lernen. Dies bedeutet, dass sie für einzelne Unterrichtsstunden, den regulären Unterricht verlassen können, um zu recherchieren, zu experimentieren, zu studieren. Sie feiern Erfolge, scheitern, probieren neue Wege aus, holen sich Feedback von ihren Mentor*innen und erarbeiten sich so Stück für Stück ein Themenfeld, das im regulären Unterricht kaum abzubilden ist. Drei dieser Schüler*innen stellen sich nun vor.

Felina, Klasse 10

Hi, mein Name ist Felina, ich bin 15 Jahre alt und gehe in die 10. Klasse des Schulzentrums am Sund. Derzeit nehme ich im 2. Jahr am Drehtürmodell teil.

Letztes Jahr habe ich mir das Thema „Ausgrabungen im alten Ägypten“ im Fachbereich Geschichte ausgesucht. Dabei habe ich am Anfang sehr viel Literaturrecherche gemacht, z.B. über die Pyramiden von Gizeh oder die neusten alt-ägyptischen Funde. Das war sehr spannend und interessant, da ich viel Neues erfahren habe. Nach dem 1. Halbjahr wollte ich dann auch etwas mit meinem erworbenen Wissen anfangen und hab mich entschieden ein Modell von der Cheops Pyramide zu bauen. Das war sehr aufregend, weil ich mir selbst überlegen musste, wie ich mein Projekt baue und dabei auf viele Hindernisse gestoßen bin. Damit ich einen Bezug zu den alten Ägyptern hatte, habe ich vorher alles genaustens berechnet um Fehler zu vermeiden. Als es losging mit dem Bau habe ich aus Pappe ein Grundgerüst gebaut und um es möglichst echt aussehen zu lassen, Zuckerwürfel als „Steine“ genutzt und diese golden gefärbt. Der Satz „Aus Fehlern lernt man“ hat mir sehr geholfen, da am Ende doch einiges schiefgegangen ist. Aber ich konnte daraus lernen, es so noch besser machen und doch noch mein Modell fertigstellen.

Als ich dieses Jahr weitermachen durfte, entschied ich mich etwas anderes zu machen. Jetzt bin ich gerade dabei mein eigenes Buch zu schreiben. Dafür muss ich mir erstmal vieles beibringen z.B. wie man im Allgemeinen eine Geschichte aufbaut oder wie man Gefühle zeigt und nicht erklärt. Jedoch gehe ich da positiv und voller Enthusiasmus ran, da ich jetzt schon merke wie viel Spaß es mir macht. Mich motiviert vor allem, dass ich meine Schreibfähigkeiten verbessern kann und nebenbei Sachen wie Erzählperspektiven oder Geschichtenstruktur lerne. Natürlich wäre es auch schön, wenn ich am Ende des Schuljahres mein erstes eigenes Buch in den Händen halten kann, aber ich versuche mir nicht zu viel Druck zu machen. Mein Ziel ist es natürlich die Geschichte fertigzustellen. Wenn ich etwas weiter schaue, hoffe ich aber auch, dass ich dadurch Dinge lerne, die mir später im Job behilflich sein könnten (also falls ich mal etwas in die Richtung machen möchte).

Nebenbei habe ich mich dieses Jahr auch noch beim Talente Campus Vorpommern Rügen beworben, um vielleicht eine Förderung, also ein bisschen Hilfe, für mein Projekt zu bekommen

Bastian, Klasse 10

Mein Name ist Bastian, ich bin 16 Jahre alt und gehe in die 10. Klasse des Schulzentrums am Sund. Ich bin seit einem Jahr Teilnehmer am „Drehtürmodell-Projekt“ und beschäftige mich mit der Frage, „Kann Wasserstoff der Treibstoff/ die Energie der Zukunft werden?“

Ich habe mich für die Frage entschieden, weil in Zukunft viel mit erneuerbaren Energien passieren soll und viel Wert darauf gelegt wird. Es gibt schon Alternativen zu normalem Treibstoff, doch meiner Meinung nach ist Wasserstoff am interessantesten, weil es viel Energie speichern kann und vielseitig einsetzbar ist.

Ich arbeite eigenständig an diesem Projekt und nutze dafür Möglichkeiten vor Ort. Beispielweise war ich bereits an der Hochschule Stralsund (HOST) und leihe mir dort in der Bibliothek Bücher aus und habe bei „Greendrive“ mitgearbeitet. Dadurch, dass ich die Schule vereinzelt nach Bestätigung der Lehrer verlassen darf, kann ich gut an meinem Projekt arbeiten und habe die volle Entfaltungsmöglichkeit.

Meine Vorstellung für die nächste Zeit ist, dass ich an einer Uni/ Hochschule an Vorlesungen teilnehme, zum Beispiel über eine Fern-Uni oder hier in Stralsund an der Hochschule (HOST). Um Wasserstofftechnik in echt zu erleben will ich mich mit einem Unternehmen, das sich mit dieser beschäftigt und ich gewisse Eindrücke und/ oder auf Probleme und Errungenschaften informiert werde.

Ich erhoffe mir, dass mit Hilfe diesem Projekt vielleicht auch spätere Optionen für mich entstehen und ich somit Erfahrung aus diesem Projekt ins spätere Leben mitnehme und so vielleicht auch etwas bewirken kann

Jonas, Klasse 10

Mein Name ist Jonas und ich bin jetzt schon seit der 8. Klasse im Drehtürmodell aktiv. Meine Projektinhalte reichen von intensiver Beschäftigung mit der Linguistik bis hin zu den Politikwissenschaften, wo ich selbst eine Ideologie / Staatsform entwickelte.

Der Kern meines Projektes ist allerdings dennoch die Linguistik. So habe ich jetzt seit fast zwei Jahren (angefangen im Oktober 2024) an einer “Conlang”, einer künstlichen Sprache, gearbeitet. Syntax, Semantik, Morphologie, Phonologie und Phonetik sowie andere linguistische Termini technici sind auf dieser Weise fester Teil meines Wortschatzes geworden.

Anders als bei “Sprachen”, die man vielleicht in der Grundschule entwickelte (solche, die eigentlich nur eine 1:1 Transkription des Lateinischen Alphabets in kryptographische Sonderzeichen waren), kategorisiere ich “Leviataniun”— das ist der Name, den ich meine Sprache gegeben habe— als eine tatsächliche Sprache, die auch tatsächlich mit gewisser Chance aus dem natürlichen Sprachentwicklungsprozess hätte entstehen können.

Das Drehtürmodell ermöglichte es mir also, Leviataniun zu gestalten und bis dato zwei Abhandlungen auf Englisch zu verfassen. Es mir hat maßgeblich dabei geholfen, meinen Interessen nachzugehen.

Ein Beispiel:

“Leviataniun ghou paoiwo aeo ouwei |”

/le.viː.ä.täː.ni.un gʷɔ paʊ.iː.tə viːteɪ/ (Approximation)

“Das (Ding) ist Leviataniun.”

Pia, Klasse 12

Ich habe in der 9. und 10. Klasse an den ersten zwei Jahren des Drehtürmodells teilgenommen. Thematisch wollte ich etwas im Bereich Physik finden und bin so über das “Netzwerk Teilchenwelt” auf die Teilchenphysik gestoßen. Dementsprechend habe ich mich mit der kleinsten Materie befasst und versucht, einen Einblick in die Bestandteile unserer Umgebung zu gewinnen.

Zunächst hieß das, die Grundlagen selbständig zu erarbeiten. Zum Beispiel das „Standardmodell der Teilchenphysik” und die dahintersteckenden Kräfte. Später habe ich dann über das Netzwerk Kontakte knüpfen und an Masterclasses teilnehmen können.

In der 11. Klasse habe ich zusammen mit dem Max-Planck-Institut in Greifswald und einer weiteren Schülerin angefangen, ein Jugend-forscht Projekt zu erarbeiten. Dieses konnten wir jedoch nicht fristgerecht fertigstellen.

Mein Interesse für Physik besteht weiterhin und so plane ich nach Belegen des Physik Leistungskurses für mein Abitur auch in diese Richtung zu studieren.

 

 

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